„We finish what we start“ … eine CECUP-Zwischenbilanz

(cet) Sie hängen in jedem Bürgermeisteramt und bei anderen Behörden im ganzen Land – Ruandas „National Values to Promote Progress“. Staatlicherseits für einen festen Zeitraum verordnet, sind sie so etwas wie ein zivilgesellschaftlicher 5-Jahres- Plan. Einer der darin formulierten „Werte zur Fortschrittssicherung“ ist zusammengefasst in dem Merksatz „We finish what we start.

„Wir bringen zu Ende, was wir beginnen“ – unter diesen Leitsatz ließe sich zu einem nicht unbedeutenden Teil die bisherige Arbeit von CECUP in Ruanda stellen. So wurde in den letzten mehr als drei Jahren einiges angestoßen, wovon wir uns auch bei diesem Besuch vor Ort wieder überzeugen können. Insgesamt drei Projekte wurden  begonnen, von denen zwei nun selbständig weiterlaufen können.

  • So unterstützt CECUP im Kinazi-Sektor seit mehr als drei Jahren alleinerziehende, oft noch minderjährige Mütter und deren Kinder, die trotz unterschiedlicher Schicksale eine Gemeinsamkeit teilen: Dass sie aufgrund ihrer Lebenssituation benachteiligt, ja oft ausgegrenzt werden und nicht selten körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt sind.
    So entstanden zunächst zwei Sozialprojekte, durch die knapp 100 Frauen im Rahmen einer 18-monatigen Ausbildung entweder eine Ausbildung als Näherinnen oder als Korbflechterinnen erhalten konnten – beides Tätigkeiten, die ein zumindest minimales Grundeinkommen sichern können. Über diese Projekte produzierte Christoph Hertel zwei sehenswerte Filme, die hier und hier zu sehen sind.                                                                                                                                                                                                 IMG_20180309_123540
  • Gegen Ende der ersten Ausbildungsphase wurden diese beiden Projekte erweitert: So gründete sich im Juli 2016 eine landwirtschaftliche Kooperative von ca. 25 Frauen. Die Frauen erhielten Ackerland vom Staat und bewirtschaften dieses Land seitdem selbständig. Sie entscheiden gemeinschaftlich, was wann angebaut wird, was von der Ernte für den Eigenbedarf der Familien verwendet und was auf dem Markt verkauft wird, welches Saatgut gekauft wird etc.
    CECUP fördert dieses Projekt unter anderem durch die Finanzierung von zwei Wasserpumpen, die für die Bewässerung des Landes eingesetzt und z.T. auch an andere Kooperatiiven verliehen werden. Außerdem werden landwirtschaftliche und unternehmerische Trainingseinheiten für die Frauen finanziell unterstützt.

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Heute, drei Jahre nach Beginn der ersten Unternehmungen in Ruanda, können wir sehen, dass diese Projekte erfolgreich waren bzw. sind. Denn zwei der drei Projekte sind mittlerweile unabhängig, d.h. sie benötigen keine Hilfe durch CECUP mehr. Dies betrifft die Korbflecherinnen und die landwirtschaftliche Kooperative. Sie koordinieren und finanzieren ihre Arbeit eigenständig und entscheiden dabei z.B. auch selbständig, ob und wen sie neu als Projektteilnehmerinnen aufnehmen. Somit konnte das Ziel von CECUP, durch gezielte Förderung von überschaubaren Gruppen und Projekten Menschen in existenziell bedrohten Lebenssituationen nachhaltig zu helfen, erreicht werden. „We finish what we start“…

Und wie sieht es mit dem dritten Projekt aus? Die Näherinnen-Ausbildung wird derzeit vom Kinazi-Sektor in zwei angrenzende Sektoren (Tumba-Sektor und Mukura-Sektor) verlagert. Nach Abschluss des ersten Ausbildungskurses soll damit verhindert werden, dass ein Überangebot an Näherinnen im Kinazi-Sektor entsteht. Dies verbessert die Aussichten der Absolventinnen auf eine nachhaltige Beschäftigung und einen ausreichend großen Absatzmarkt.

Damit nicht genug: Neben diesen drei laufenden Projekten startete CECUP heute ein viertes, großangelegtes Projekt, das dank der großzügigen Unterstützung der Jesuitenmission umgsetzt werden kann. Darüber dann im nächsten Blogbeitrag…

 

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