Building Relationships – Jesuiten in Kigali

(cet) Ich sitze am Schreibtisch in meinem kleinen Gästezimmer des Retreat-Houses der Jesuiten in Kigali. Vom nahen Park wehen die melodischen Klänge mehrstimmiger afrikanischer Kirchenlieder herüber. Ein Gruppe Gäste singt und probt. Die musikalische Idylle wir  nur ab und an unterbrochen vom aufheulenden Lärm landender Maschinen des nahegelegenen Kigali International Airport. Und ab und zu mischt sich der Pfiff eines Schiedrichters aus dem benachbarten Stadion unter die Klangkulisse…

 

Welcome back to Rwanda! Nach eineinhalb Jahren sind wir wieder zurück in Ruanda, diesmal nur zu zweit (gemeinsam mit Siegfried Grillmeyer) und nur für 5 Tage. Dafür zum ersten Mal mit Regen – denn die Regenzeit hat ungewöhnlich früh begonnen in diesem Jahr.

Bevor wir uns morgen gemeinsam mit unserem Freund und CECUP-Verantwortlichen Obed Nyikiza auf den Weg nach Butare und Nyanza machen, um die bestehenden CECUP-Projekte zu besuchen und ein neues Projekt zu starten, sind wir noch einen Tag zu Gast bei den Jesuiten in Kigali.

 

Die Aufgaben und Einrichtungen der Jesuiten scheinen dabei so bunt und vielfältig zu sein wie die akustischen Eindrücke des Retreat-Houses. Unter der Begleitung des Development-Officers Fr. Patrice besuchen wir zunächst die Primary School St. Ignatius, erst vor kurzem als beste Primary School in ganz Ruanda ausgezeichnet. Die Herzlichkeit der 600 Schülerinnen und Schüler überwältigt uns, und der Lerneifer und die Disziplin der Klassen ist beindruckend. Anschließend geht es weiter in die direkt angrenzende Secondary School, in der mehr als 400 Schülerinnen und Schüler einen qualifizierten Abschluss erwerben können. Beim Kurzbesuch im Chemilabor erhalten wir einen Crashkurs in Stahlherstellung; im Geschichtsunterricht steht der Genozid von 1994 auf dem Programm…

Beide Privat-Schulen platzen aus allen Nähten und benötigen weitere Anbauten und Investitionen, seien es Speisesäle, naturwissenschaftliche Klassenräume – vor allem aber: Unterrichtsmaterialien. Sinnbildlich dafür ist die Bibliothek der Secondary School: 30 unbenutzte Leseplätze, 50 Regalmeter für Bücher. Nur eines fehlt: Die Bücher…

 

Am Nachmittag stellt uns Fr. Patrice das Urumuri Centre („Zentrum des Lichts“) vor, ein Zentrum für Sozialarbeit und soziale Forschung, das sich noch im Aufbau befindet, aber schon jetzt über ausgezeichnete Räumlichkeiten verfügt, von Tagungsräumen bis hin zu einem Konferenzsaal für 400 Personen. Ein Highlight des Programms ist das viewöchige „Urumuri Youth Camp“, ein Jugendlager mit mehr als 200 Jugendlichen. Und zuletzt treffen wir uns mit dem Superior der Kommunität, Fr. Innocent, der das Retreat-House „Centre Christus“ Schritt für Schritt zu einem spirituellen Zentrum für Interessierte aus Kigali und ganz Ruanda entwickeln will.

 

Building Relationships – unter dieses Motto stellen die Jesuiten ihre Arbeit im Centre Christus. Und genau dies bleibt am Ende dieses Tages: Neue Beziehungen, bewegende Eindrücke und anregende Begegnungen – und auch die eine oder andere noch unausgegorene Idee, die wir mit zurück nach Nürnberg nehmen…

 

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