„With human beings you never know…“

Am zweiten Tag unserer Reise setzen wir uns schließlich mit der Vergangenheit Ruandas auseinander und zwar in einer Intensität, die nur schwer erträglich ist. Wir besuchen das Murambi Genocide Memorial Site. Bewacht wird es von schwer bewaffnetem Sicherheitspersonal. Auf die Frage, warum das Gebäude auf diese Weise beschützt wird, antwortet unser Guide: „With human beings you never know…“

Zuerst geht es relativ unspektakulär und sehr faktenlastig los, wie man es von deutschen Museen gewohnt ist. Relativ schnell wurde uns klar, dass im Sinne der ruandischen Regierung die Schuld für den Genozid hauptsächlich woanders gesucht wird.

 

Viel tiefer als die schriftlichen Informationen brennen sich die nachfolgenden Minuten in unser Gedächtnis ein. In den Klassenzimmern (das Museum ist ein ehemaliges Schulgebäude) sind die Überreste von mehreren hunderten Opfern gestapelt, die der Genozid forderte. Bilder, die wir so schnell wohl nicht mehr vergessen werden. . . (dg/manu/jel)

"MASS GRAVE OF VICTIMS"

„MASS GRAVE OF VICTIMS“

Der nächste Programmpunkt ist der Besuch des Instituts PIASS in Butare (Protestant Institute of Arts and Social Sciences). Das Gebäude macht einen für afrikanische Verhältnisse elitären Eindruck. Wir treffen uns mit dem Vizedirektor und besprechen mit ihm eine mögliche Kooperation zwischen der Technischen Hochschule Nürnberg und PIASS. Das Ergebnis: Grundsätzlich sind sie bereit, deutsche Studenten für ein Auslandssemester aufzunehmen. Allerdings müssen vorher noch Rahmenbedingungen ausgehandelt werden. Mit dem Treffen endet der „offizielle Teil“ des Tages.

Danach geht es in einen nahe gelegenen Coffee-Shop, der den „besten Kaffee der Welt“ (Zitat: Michael) produziert und verkauft. Während die Kaffeetrinker unter uns die Gelegenheit nutzen, um sich mit ruandischem Kaffee einzudecken, schlendern wir beide (Daniel & Manuel) über einen afrikanischen Markt. Dort werden überwiegend Lebensmittel verkauft, von Bohnen über Reis bis hin zu allen erdenklichen Obst- und Gemüsesorten. Daneben gibt es aber auch viele Schmuck- und Textilverkäufer. Als die einzigen muzungus zwischen den einheimischen Afrikanern ernten wir von allen Seiten neugierige Blicke. Es scheinen sich dort wohl nicht allzu viele europäische Touristen sehen zu lassen.

Obst und Gemüsestand auf einem Afrikanischen Markt.

Obst und Gemüsestand auf einem Afrikanischen Markt.

Nachdem wir noch ein paar Souvenirs eingekauft haben, treten wir gegen 19 Uhr wieder den „Heimweg“ an – die Sonne ist bereits untergegangen. Zu Hause angekommen dürfen wir feststellen, dass wir wieder fließendes Wasser haben. (manu/dg)

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